 |
Währungen |
 |
|
 |
Katalog |
 |
|
 |
Sonderangebote |
 |
|
 |
Warenkorb |
 |
 |
| 0 Produkte |
 |
|
|
 |
Apu Kuntur Alpaca |
 |
|
|
 |
| Alpacas und Lamas |
 |
|

|
Das Guanako (Lama guanicoè) ist die Stammform der Haustiere
Lama (Lama guanicoè glama) Alpaca (Lama guanicoè pacos)
Das Alpaka hat mit grosser Wahrscheinlichkeit sowohl Guanakos als auch Vikunjas als Vorfahren.
|
Das Lama (spanisch Llama, gesprochen Ljama) wird in den Anden Südamerikas vor allem als Trag- und Fleischtier gehalten, das Alpaka ausschliesslich als Woll- Lieferant. Die Unterschiede zwischen den beiden Formen lassen sich also sehr wohl als Folge einer Züchtung für diese beiden verschiedenen Verwendungszwecke erklären. Das Lama ist gross und kräftig, trotzdem kann man erwachsenen Hengsten nur Lasten von höchstens fünfzig Kilo auflegen, die sie in Tagesmärschen von kaum mehr als fünfundzwanzig Kilometern sicher und stetig über die schwierigsten Geröllhalden und Saumpfade tragen.

|
Die Traghengste der Lamas werden absichtlich nicht geschoren, weil das dicke Rückenfell eine natürliche Decke zum Aufladen der Tragballen mit Waren aller Art darstellt, schreibt Ingo Krumbiegel. Nicht allzu schnell, aber ausdauernd ist der Gang einer solchen Karawane, und die Lamas lassen sich kaum Zeichen einer Anstrengung anmerken. Sie schreiten auffallend leichtfüssig und graziös, dabei fortwährend nach allen Seiten blickend, und stehen in einem guten Verhältnis zu den tierliebenden Indianern. Bei diesen Tieren, die durch rohe, unfreundliche Behandlung sofort verdorben würden und unangenehm störrisch und widerspenstig werden können, ist freundlicher Umgang besonders am Platze. Ein solcher Lamatrupp wird oftmals nur von einem kleinen Indianerjungen gelenkt, der besser damit umzugehen versteht als eine Vielzahl weisser oder halbweisser Hirten. Man verwendet die Lamastuten nicht zum Tragen der Lasten, dafür aber werden sie regelmässig geschoren. Die Lamawolle hat für die indianische Andenbevölkerung eine gewisse Bedeutung, ist aber nicht sehr viel wert - im Gegensatz zu der überaus feinen Wolle des Alpaca.
|
Alpacas sind viel eigensinniger als Lamas, es ist deshalb recht mühevoll, sie zu scheren. Diese Haustierform ist kleiner als das Lama, mit kürzerem Kopf. Oft gibt es einfarbig schwarze, braunschwarze oder blaugraue Alpacas, hingegen können Lamas alle möglichen anderen Farben haben und auch gescheckt sein, sind aber fast niemals einfarbig schwarz. Da Lamas und Alpakas in oft recht grossen Herden frei auf den Hochsteppen weiden und nur zum Scheren, Lastentragen oder Schlachten eingefangen werden, unterscheiden sie sich im Verhalten und in der Fortpflanzung kaum von Guanakos.
|
Oft schliessen sich den weidenden Haustieren auf den Berghängen auch Trupps ihrer wilden Verwandten an. Vikunjas gesellen sich gleichfalls gern zu zahmen Lama- und Alpacaherden. Aus dieser Vergesellschaftung kann man also keine Schlüsse über die Verwandtschaft der einzelnen Formen zueinander ziehen.
Es werden bei den Alpacas Grundsätzlich zwei Artenunterschieden:

Suri Alpaca Huacayas
|
Auch die Kreuzbarkeit lässt sich nicht als Abstammungsbeweis benutzen. In Peru hört man noch heute oft die Behauptung, dass die Verpaarung von Alpaca und Vikunja nur durch einen Kunstgriff möglich sei. Nach diesen Angaben muss man ein neugeborenes männliches Vikunja fangen und gleichzeitig ein neugeborenes Alpaca töten, dessen Fell dann dem jungen Vikunja übergezogen wird. Das Vikunjakind wird dann von der Alpacamutter angenommen und aufgezogen. Nur solche Vikunjas sollen sich später mit Alpacas paaren, sie bringen die sogenannten Pako- Vikunjas hervor, die als Lieferanten besonders feiner Wolle begehrt sind. In Wirklichkeit aber paaren sich alle vier Formen der Gattung Lama in menschlicher Obhut miteinander und bringen meist fruchtbare Mischlinge hervor. Um Alpacas also mit Vikunjas zu kreuzen, genügt es, junge Tiere miteinander aufzuziehen, die Vikunjas werden dadurch auf Alpacas geprägt, schliessen sich ihnen ganz an und paaren sich später mit ihnen. Nach den Angaben von Wolf Herre bleiben Pako- Vikunjas allerdings häufig unfruchtbar. Vermutlich haben schon die Vorgänger der Inkas im peruanischen Hochland beide Lamaformen als Haustiere gehalten und gezüchtet. Nach den Angaben von Frederick E. Zeuner hat man Lamaknochen bereits in einer Schicht aus der frühen Ackerbauzeit (etwa 2550 bis 7250 v. Chr.) im Virutal in Peru gefunden. Auch heute haben Lamas und Alpacas vor allem in den hochgelegenen Andengebieten noch nicht viel von ihrer Bedeutung für den Menschen verloren. Die Lebensmöglichkeit vieler peruanischer und bolivianischer Hochland- Indianer hängt in hohem Mass von ihren Lamabeständen ab.
|
Immer noch befördern Lamas die Lasten der Indianer in denjenigen Gegenden, die von Autos, Flugzeugen und Eisenbahnen nicht erreicht werden. Obwohl man Wolle auf wirtschaftlichere Weise von Schafen gewinnt, ist die Alpakawolle - vor allem die der Alpaca-Suri-Rasse - feiner und weit begehrter als die der meisten Schafrassen. In der nordchilenischen Provinz Nahrun Arica werden neuerdings von Regierungsseite grössere Versuche unternommen, die dortigen Bewohner wieder mit der Alpakazucht und der Alpacawollverarbeitung vertraut zu machen, man hofft so eine Verarmung und Abwanderung der Indianer in die Elendsviertel der Städte zu verhindern.
|
Während die Grosskamele der Alten Welt Tiere der Ebene sind, angepasst an die endlos weiten Wüsten- und Steppengürtel Nordafrikas und Vorderasiens wie der innerasiatischen Hochfläche, leben die Lamas oder Kleinkamele der Neuen Welt sowohl in ebenem Gelände als auch vor allem im Gebirge. Die Sohlenballen ihrer Zehen sind deshalb nicht so breit wie bei den Grosskamelen, sondern schmal und beweglich, sie geben den Tieren auch noch auf felsigen Saumpfaden und unwegsamen Geröllhalden sicheren Halt.
|
Da die beiden Haustierformen Lama und Alpaca zur Gewinnung von Wolle benutzt werden wie in vielen Ländern die Schafe, wurden die Kleinkamele früher nicht ganz richtig auch als Schafkamele bezeichnet. Mit den Schafen aber haben sie zoologisch nichts zu tun.
|
Quellen Angabe: Heinemann, Dietrich. Wendt, Herbert 1914
In: Grzimeks Tierleben: Enzyklopädie des Tierrreichs. Band 13 Säugetiere 4 Zürich: Kindler, © 1968 Seite 140/ 143
|
|
|
|
|
|
|